28.07 / Tag 7: Lake Argyle - Kununurra - Bungle Bungle

Nach dem Frühstück am Truck machen wir uns auf dem Wege in die nahe gelegene Stadt Kununurra. Der Ort ist die letzte Stadt vor den „wirklichen“ Kimberleys. Entstanden ist die 6000 Einwohnerstadt Kununurra als Verwaltungssitz der umgebenden Bewässerungsprojekte wie Lake Argyle und Lake Kununurra.

Bevor wir starten statten wir dem Aussichtspunkt auf die Staumauer des Lake Argyle noch einen Besuch ab.

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Lake Argyle, Blick auf die Staumauer

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Lake Argyle, Blick von der Staumauer in das Tal des Ord Rivers

Kununurra selbst hat den üblichen Charme einer Versorgungsstadt eines riesigen Umlandes. Da es kaum 30km bis nach Kununarra sind, erreichen wir den Ort sehr frühzeitig. Im Ort können wir dann die letzten Besorgungen für die nächsten Tage machen. Nur für unsere Alkoholfraktion wird es nicht einfach werden: der Bottle Shop hat nur nachmittags offen und da werden wir schon längst wieder weg sein. So bleibt es meist nur bei Supermarkteinkäufen und einem Kaffee.

Da heute Samstag ist, findet im Ort Kununurra ein kleiner Jahrmarkt statt. Diesen statten wir noch einen kleinen Besuch ab, bevor wir uns auf die Reise in Richtung Süden auf dem asphaltierten Great Northern Highway zum Purnululu Nationalpark machen werden.

Bekannt ist der Purnululu-Nationalpark durch seine weltweit einmaligen Bienenkörben ähnliche Sandstein-Gebirgskette und den zugehörigen extrem engen Felsschluchten, die bei uns unter den Namen “Bungle Bungle” bekannt sind. Der Name „Purnululu“ selbst heißt Sandstein. Oft wird auch der ganze Nationalpark als die “Bungle Bungle” bezeichnet, auch wenn Letztere nur einen Teilbereich des Parks ausmachen.

Um zu den „Bungle Bungle“ gelangen zu können, muss man gut 160km nach Süden von Kununurra aus fahren und anschließend auf einer nur allradtauglichen Piste, dem Spring Creek Track, 60km in Richtung Osten fahren. Eine andere Möglichkeit ist eine „Flugsafari“ ab Kununurra.

Bis in die 1980-er Jahre war die Gegend nur sehr wenigen Personen bekannt, erst der Überflug eines Dokumentations-Filmteams machte das Gebiet schlagartig interessant. Dabei wollte das Filmteam zuvor schon ohne diese Luftaufnahmen wieder abfliegen. Die ungewöhnlich orange-schwarz gestreifte Landschaft, die an einen Bienenstock erinnert, entstand über einen Zeitraum von mehr als 20 Millionen Jahren.

Im Park selbst gibt es nur Camping-Areas zum Übernachten.

Öffentlich zugänglich ist dabei nur ein kleiner Teilbereich des Nationalparks.

Bis wir an unserem Zeltplatz eintreffen, ist es fast schon dunkel. Der Zeltplatz hat aber, wie im Prinzip fast alle Zeltplätze in (west-) australischen Nationalparks zumindest eine Klohütte und einen Wasserhahn. Der Strom wird dabei meist durch Photovoltaik erzeugt.

Nach dem Abendessen wird es sehr schnell ruhig in unserer Gruppe, da es auch morgen wieder sehr zeitig aus den Federn gehen wird. Für die geräumigen Zelte, die jeder selbst aufbaut, gibt es dann vom Veranstalter Swags zum Übernachten. Ein Swag ist eine Mischung aus Matratze und Biwaksack.

29.07 / Tag 8: Bungle Bungle

Die Nacht war mit Temperaturen um die 0°C sehr kühl, geschuldet ist dies der Nähe zum kontinentalen Klima der benachbarten Tanami Wüste.

Sonnenaufgang ist heute noch vor 6 Uhr. Zum Sonnenaufgang wollen wir aber schon am Parkplatz für die Wanderung zur Cathedral Gorge (Anmerkung: Eine „Gorge“ ist eine Schlucht, ein „Creek“ bei Gewässern ein Rinnsal) sein und dort dann Frühstücken. Bis dorthin sind wir aber fast eine Stunde per LKW unterwegs. Wir treffen aber noch zeitig vor dem Eintreffen der ersten Sonnenstrahlen dort ein, dass farbenfrohe Schauspiel kann beginnen. Wir sind die Einzigen dort, denn die meisten Touristen treffen erst nach dem Morgentee nicht vor 8 Uhr hier ein.

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Bungle Bungle, Sonnenaufgang

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Bungle Bungle, Sonnenaufgang

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Bungle Bungle, Sonnenaufgang

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Bungle Bungle, Sonnenaufgang

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Bungle Bungle, Sonnenaufgang

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Bungle Bungle, nach Sonnenaufgang

Am Ende der Cathedral Gorge liegt ein riesiges Amphitheater, dorthin wollen wir in den noch kühlen Morgenstunden Wandern. Ab 9 Uhr werden es hier schnell an die 30°C Lufttemperatur sein. Jetzt in den Morgenstunden liegt der Weg meist noch im Schatten.

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Bungle Bungle, auf dem Weg zur Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, auf dem Weg zur Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, auf dem Weg zur Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, ein verirrter Termitenhügel in den sonst meist vegetationslosen Karstlandschaft

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Bungle Bungle, Farbenspiel in der Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, Farbenspiel in der Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, Farbenspiel in der Cathedral Gorge

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Bungle Bungle, Amphitheater am Ende der Cathedral Gorge

Viele der in den Bungle Bungle zu sehenden Erosionen sind Karsterscheinungen durch Ausspülungen des Sandsteines. Die rot-schwarzen Farbschichten ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Eisenmineralen, Konglomerateinlagerungen und den Krusten von Cyanobakterien. Die äußeren Farbschichten des Steins sind dabei sehr dünn wie das folgende Bild zeigt.

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Bungle Bungle, Sandstein

Kaum zurück von der Cathedral Gorge wandern wir im Piccaninny Creek zum dortigen Aussichtspunkt.

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Bungle Bungle, Piccaninny Creek

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Bungle Bungle, Piccaninny Lookout

Wieder zurück am Parkplatz machen wir uns auf dem Weg zum Bellburn Airstrip. Nur mit einem Fug lässt sich die ganze Dimension der Bienenkörbe erahnen. Bereits zum Ende der Wanderungen hatten wir die ersten Hubschrauber hören können. Viele dieser Helis starten aber von weit außerhalb, damit sich die Touristen ein geländegängiges Fahrzeug zum Airstrip ersparen können. Vom Bellburn Airstrip werden drei verschieden lange Flüge angeboten, mit 18, 30 und 42 Minuten Flugzeit.

Ich und die meisten von den gut 50% der fliegenden Fraktion aus unserer Gruppe entscheiden sich für den 18 Minutenflug. Geflogen wird dieser Flug mit einem 4-sitzigen Robinson R44 Hubschrauber.

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Bungle Bungle, Hubschrauber

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

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Bungle Bungle, Hubschrauberflug

Nach dem Hubschrauberflug fahren wir zunächst zurück zum Campingplatz, um anschließend in Richtung Norden des Purnululu Nationalparks zu fahren. Ziel ist die Echidna Chasm, eine spektakuläre Felsspalte. Zum Teil ist die mehr als 1km lange und über 100m hohe Felsspalte kaum einen Meter breit, kaum mehr als 1 Stunde am Tag gelangt das Sonnenlicht bis  zum Boden der Schlucht.

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Echidna Chasm, Eingang

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Echidna Chasm

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Echidna Chasm

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Echidna Chasm

Nach gut einer Stunde am Ende der Felsspalte angekommen, überkommt mich das Gefühl, dass mein Verdauungsapparat sich um sehr dringende Geschäfte bemüht. Warum gerade jetzt? Ich kann doch jetzt nicht hier mitten in der Spalte mich erleichtern. Den Sch…haufen würde man ja Jahre später noch sehen und Zuschauer hätte ich sicherlich auch noch.

Aber gefühlsmäßig reicht die Zeit nie, um ohne Kollateralschäden bis zum Eingang der Felsspalte zu gelangen. Das wird jetzt eine richtige Blamage.

Obwohl Teile der Gruppe noch gar nicht am Ende der Chasm eingetroffen sind, trete ich vollkonzentriert den Rückweg an, mit höchster Konzentration beim Übersteigen von kleinen Felsen. Es könnte sich ja die Spannung der Pobacken reduzieren und ich wäre in einer eher be…scheidenen Lage. Nach zwei Drittel bis zum Eingang gibt es eine kleine Oase, dort kann ich mich wenigstens erleichtern, ohne dass ich zu viele Zuschauer habe.

Nächster Tagesordnungspunkt ist heute der Sonnenuntergang an den Bungle Bungles, hierzu fahren wir zu einem Aussichtspunkt.

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Bungle Bungle, Sonnenuntergang

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Bungle Bungle, Sonnenuntergang

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Bungle Bungle, Sonnenuntergang

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Bungle Bungle, Sonnenuntergang

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Bungle Bungle, Sonnenuntergang

Ein farbenfroher Tag nimmt sei Ende, zum vom Bronnie gekochten Abendessen geht es wieder zurück zu unserem Zeltplatz.

 

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