Tag 2: Kathmandu

 

Kaum bin ich außerhalb des Flughafengebäude angelangt, sind wie schon bei den letzten beiden Ankünften in Nepal drei und zwei Jahre vorher wieder viele auf ankommende Flupassagiere wartende Personen zu sehen. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre heraus versuche ich gar nicht aus den vielen gezeigten Namensschilder meinen Namen herauszufinden, sondern ich gehe direkt rechts an der Menge vorbei. Sofort werde ich von einem Nepali mit meinem Namen angesprochen, es ist ein Büromitarbeiter von enjoy-nepal in Kathmandu. Auf seinen DIN A4 Blatt ist auch ein Bild von mir zu sehen, somit war es ein leichtes für ihn, mich zu erkennen. Für die Beantragung der Permits hatte ich schon im Vorfeld Passbilddateien zur Agentur geschickt.

Kaum sehe ich mich um, sind schon zwei weitere Guides der Agentur da, um mich zu begrüßen. Einer von ihnen war mein Stadtführer beim letzten Besuch, den anderen habe ich bereits einmal auf der Everesttour getroffen. Sie warten hier auf Ankommende für andere Touren.

Nach einer herzlichen Begrüßung geht es mit dem PKW ins wenige Kilometer entfernte Thamel, den Touristenstadtteil von Kathmandu. Zunächst steuern wir das Hotel Moonlight am Rande von Thamel an. Da es überbucht ist, werde ich vom Hotel Moonlight in das Hotel Yatri im östlichen Bereich von Thamel umgebucht.

War beim letzten Besuch in Nepal eine Umbuchung des Hotels eher ein Rückschritt, so ist das Hotel Yatri schon eine ganz andere Baustelle. Diese Hotelausstattung hätte ich in Thamel so nicht erwartet, auch wenn das Hotel zum Teil noch eine Baustelle ist. Das Zimmer ist riesig und sehr sauber.

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Zimmer im Hotel Yatri in Thamel

Eigentlich hätte ich erwartet, dass im Anschluss an das Einchecken im Hotel gleich der Ausrüstungscheck für die Bergausrüstung stattfindet, aber davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Die verbleibende Zeit bis zum Begrüßungsessen ab 18 Uhr nutze ich für den Geldwechsel und für einen Rundgang durch Thamel. Im Vergleich zu den beiden letzten Besuchen in Thamel ist heute deutlich weniger Andrang in den engen Straßen und Gassen.

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Lastenaufzug an einer Baustelle in Thamel

Um 18 Uhr treffe ich mich mit einem Mitarbeiter der Agentur, der mich zum Begrüßungsessen in einem nepalesischen Restaurant abholt. Bisher war dieses Essen immer mit dem Juniorchef Milan, dieser ist aber aktuell in Hongkong. Auf den Soziussitz eines Rollers geht es in ein Restaurant mit nepalesischer Küche in Thamel. Das Restaurant befindet sich nicht im zentralen Bereich von Thamel, ist aber in wenigen Minuten erreichbar.

Im Restaurant angekommen, werde ich zunächst alleine gelassen an einem Tisch , mein Rollerfahrer muss noch zwei andere Gäste abholen. Das Warten gestaltet sich aber kurzweilig, da mein Stadtführer von vor zwei Jahren auch mit einer Gruppe da ist und sich so genügend Gesprächsthemen ergeben.

Nach einigen Minuten ist der Agenturangestellte mit den beiden anderen Gästen im Restaurant angekommen. Es ist ein deutsches Paar, welches am nächsten Tag die Everestrunde in Angriff nehmen will. Zum Essen gibt es die touristische Variante des einheimischen Dal Bhats. Dal Bhat ist ein einfaches, preisgünstiges Alltagsgericht der südasiatischen Küche, bestehend v.a. aus Linsensuppe (dal), Reis (bhat) und Gemüse der Saison.

Der Agenturangestellte erklärt v.a. den beiden Anderen, da diese erstmals in Nepal sind, die Abläufe auf der Trekkingtour. Ich selber höre nur halbherzig hin, ein Umstand der sich noch rächen wird. Denke ich aktuell noch, bei einer Sache nicht richtig hingehört zu haben, werde ich dazu am nächsten Tag eines besseren belehrt werden. Dazu aber später mehr.

Da mein morgiger Flug nach Phaplu in der Everestregion nicht vor 10 Uhr starten wird, habe ich heute keinen Zeitdruck. Nach einem kurzweiligen Abend geht es mit dem Roller wieder zurück ins Hotel. Da ich aber schon seit zwei Tagen vor der Ausreise aus Deutschland eine Erkältung habe, wird diese offene Fahrt nicht unbedingt positiv zu einer Genesung beitragen.

Tag 3: Kathmandu - Phaplu - Ghumre

Braucht es für mich in diesem Jahr wieder mehrere Anläufe, um per Flugzeug aus Kathmandu zum Trekkingstart wegzukommen? Hoffen wir es einmal nicht.

Nach einem gemütlichen Frühstück werde ich um 8 Uhr abgeholt und zum Inlandsterminal des Flughafens in Kathmandu gebracht. Hier wurde in den letzten Jahren eine neue Eincheckhalle gebaut. Am Terminaleingang verabschiedet sich mein “Lotse”, da Nichtpassagiere nicht in das Terminal dürfen.

Um 10 Uhr soll der halbstündige Flug mit Goma Air nach Phaplu starten. Phaplu liegt in der Everestregion etwa 30km südwestlich von Lukla und mit etwa 2200m ü.NN gut 600 Höhenmeter niedriger als Lukla gelegen. Da Phaplu meist erst im Anschluss an die täglichen Luklaflüge bedient wird, schlagen hier angehäufte Verspätungen aus den Vorflügen direkt durch. Obwohl hier in Kathmandu Sonnenschein und bestes Wetter herrscht, starten die Luklaflüge nur sehr zäh und werden ab 10 Uhr fast komplett eingestellt.

Geht die Schei...benkleisterei der ausgefallenen Flüge schon wieder los?

Es schein nicht so zu sein, denn gegen 11:30 Uhr findet der Check-In zum Flug nach Phaplu statt. Nach der Sicherheitskontrolle in der viel zu kleinen und stark überfüllten Abflughalle angekommen heißt es nun wieder warten und auf das richtige Geschrei hören. Es gibt keine Anzeigetafeln und der jeweilige Flug an den beiden Gates wird im wahrsten Sinne des Wortes nur ausgerufen.

Gegen 13 Uhr dürfen wir, ich und sonst nur Einheimische, in den vor dem Gate parkenden Bus von Goma Air einsteigen und werden an das andere Ende des Flughafens gebracht. Dort ist aber kein Flugzeug zu sehen. Dieses landet erst einige Minuten später und wird noch vorher betankt. Dann können wir in die zwei Jahre alte tschechische Let L-410UVP-E20 (Baujahr 2014) einsteigen. Auch in Nepal gibt es neuwertige Flugzeuge! Dies sagt aber nichts zur Sicherheit: unsere Maschine mit der Kennung 9N-AKY hatte im Juni 2015 schon eine Bruchlandung ohne Bugrad am nepalesischen Flughafen Pokhara hingelegt. Auch die Anfang 2016 im Annapurnagebiet abgestürzte vollbesetzte DHC-6 Twin Otter (23 Opfer) war erst gute 3 Jahre alt.

    Anmerkung des Verfassers: Das zuvor beschriebene Flugzeug mit der Kennung 9N-AKY stürzte am 27.05.2017 beim Landeanflug zum Flugplatz Lukla ab. (siehe hier).

Gegen 13:30 Uhr starten wir und fliegen in Richtung Osten ab. Die Flugroute führt uns immer mehr in Wolkenbänke hinein. Kein Wunder, dass die Flüge nach Lukla, wo nur unter Sichtflugbedingungen gelandet werden darf, nicht mehr gestartet sind.

Nur wo liegt hier dann Phaplu?

Geländesicht ist im Wolkenmeer kaum noch möglich. In einem Linksschwenk fliegt das Flugzeug jetzt nach Norden, nur kurzzeitig ist wieder Gelände zu sehen, wir befinden uns aber kaum wenige hundert Meter über den hier bis zu gut 3000m hohen Hügeln. Nach mehreren Schwenks setzt das Flugzeug mit dem Sinken an und aus dem linken Fenster ist die mitten im Hang befindliche inzwischen geteerte Landebahn von Phaplu zu sehen. Der Pilot fliegt hangaufwärts oberhalb der Landebahn parallel zu ihr direkt auf den vor uns liegenden bewaldeten Berg zu und unternimmt eine 180°-Kehre, bevor er endgültig zur Landung auf der mit einer großen Steigung behafteten Landebahn aufsetzt.

Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen kommt auch schon ein Nepali auf mich zu und stellt sich als Nir Kumar vor, mein Guide für die nächsten Wochen. Am Rande des “Flughafenvorfelds” stellt Nir Kumar mir Rabin vor, einen Träger von uns. Rabin hat eine sehr große Ähnlichkeit mit einem Träger von meiner Everestrunde vor 3 Jahren, ist mit diesem aber nicht verwandt oder verschwägert, wie sich später herausstellt.

Da ich nur eine Mannschaft aus insgesamt zwei Personen sehe, frage ich Nir Kumar: »Der Rest der Mannschaft wartet wohl im Ort Phaplu?«

Darauf Nir Kumar: »Es sind nur wir Beide, für einen Lodgetrek braucht man nicht mehr Personen!«

Darauf ich: »Nir Kumar, nichts für ungut, aber ich habe eigentlich einen Campingtrek gebucht und entsprechend die Ausrüstung dazu angepasst!«

Tja, es gibt Momente im Leben, da würde man am liebsten sofort wieder ins Flugzeug einsteigen.

Nur der Flieger ist schon weg und den Mera Peak kann ich mir dann auch abschminken, hier “in the middle of nowhere”. Also Heinrich, schnell tief durchatmen und aus der neuen Situation das Beste machen. Den Rest klärst Du dann nach der Tour.

Hätte ich doch Gestern Abend besser zugehört. Scheiß Routine!

Darauf ich: »Nir Kumar, machen wir das Beste aus der Situation.«

Alle drei zusammen geht es für uns zunächst nach Phaplu Downtown, das seitlich oberhalb der Landebahn liegt. Neben der Landebahn wird gerade in einem großen weißen Mi-8 Hubschrauber viel Touristengepäck eingeladen. Nir Kumar erklärt mir, dass die Flieger heute in Lukla nicht haben landen können und Phaplu angesteuert haben. Jetzt fliegt der Heli das Gepäck nach Lukla.

In einer Lodge in Phaplu genehmigen wir uns noch einen Tee und planen den Rest des Tages, es ist bereits 14 Uhr vorbei. Die Strecke führt uns heute noch nach Ghumre, jenseits des westlich von Phaplu gelegenen über 3200m hohen namenlosen Pass. Der Weg dorthin dauert 4 Stunden und gegen 18 Uhr wird es dunkel. Als Folge verzichte ich auf ein Mittagessen, um noch im Hellen am Tagesziel ankommen zu können. Soweit zur Theorie.

Umgehend machen wir uns anschließend auf den Weg von Phaplu nach Osten steil bergauf durch den Wald. Da dieser Weg touristisch nicht benützt wird, der Standardweg würde nach Norden in Richtung der Ansiedlung Ringmo führen, wir wandern aber nach Westen, ist er weitestgehend unbefestigt. Hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass der Monsun der letzten Monate an den Steilstellen den Pfad teilweise bis zu einem Meter tief ausgespült hat.

Der Weg zum 3200m hohen namenlosen Pass zieht sich sehr in die Länge, nicht nur wegen der Steilheit, Nein, inzwischen hat es angefangen sehr stark zu regnen. Das der Sonnenuntergang und der fast 7000m hohe schneeweiße Numbur der letzten weißen Berg für fast eine Woche sein wird, von der Erkenntnis wissen wir heute noch nichts.

Es ist schon nach 18 Uhr bis wir am Pass ankommen und die Dämmerung ist schon sehr fortgeschritten. Hätten wir Zelte dabei, dann würden wir hier am Bretterverschlag unser Camp aufbauen und hier nächtigen, nur bei einem Lodgetrek brauchen wir noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als in der Dunkelheit abzusteigen.

Auf den ersten Metern ist es noch etwas hell, im Wald selbst wird es schnell stockfinster, sodass wir unsere Stirnlampen brauchen. Der Weg talwärts ist manchmal nur ein ausgespülter Hohlweg, dann wieder ein Waldwegpfad. Über verlegte Holzstämme queren wir Wasserfälle, zum Glück kann man in der Nacht nicht sehen, wie tief es auf der rechten Seite bergab geht, es dürften manchmal doch mehr als 100m gewesen sein

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Bild vom Folgetag: Irgendwo aus den Wolken links sind wir gestern zum Felsen in Bildmitte und weiter zu einem Haus gelangt

In nicht allzu weiter Entfernung sehen wir talwärts Lichter brennen, dort muss der Ort Ghumre sein. In tiefster Dunkelheit erreichen wir gegen halb acht abends die erste Hütte des Ortes. Fernab der touristischen Ströme, gibt es hier keine Lodges im eigentlichen Sinne, denn auch unsere “Herberge” ist nur eine Verpflegungs- und Schlafstation für Träger. Die beiden Zimmer der Herberge” haben keine Türen und der Boden ist aus gewachsenem Lehm, nass und matschig, auch primitivste Sanitäranlagen sind Fehlanzeige. In der Küche gibt es das Abendessen, Nudeln mit Spinat, die irgendwie so gar nicht nach Salz schmecken. Den Grund dazu werde ich erst Tage später erfahren, als es mal wieder komplett ungesalzenes Essen gibt. Zunächst habe ich auch keinen Appetit und Hunger, obwohl ich seit 12 Stunden nichts mehr gegessen habe. Irgendwie streikt da aktuell der Einzug bei mir. Erst nach einer halben Stunde, das Essen ist bereits kalt, ist dann ein Hunger- und Appetitgefühl da und ich esse doch noch alles auf.

Tagesdaten: Start: Phaplu (2200m ü.NN) - 14:15 Uhr, Ziel: Ghumre (2639m ü.NN) - 19:15 Uhr, ↑1000m, ↓570m  -  PO2 93%

Tag 4: Ghumre - Basa

Die heutige Wegstrecke ist nicht allzu lange, aber es geht doch 1000 Höhenmeter bergab in Richtung des Dudh Koshi Flusses, der ja in der Everestregion entspringt und diese zumeist “entwässert”. Unser Ziel ist der Ort Basa oberhalb des Flußtales. Aus Basa stammen der Agenturbesitzer und viele der Mitarbeiter der Agentur. Auch Rabin stammt aus Basa, Guide Nir Kumar aus Kharikhola, einen halben Tagesmarsch (für Einheimische) von Basa entfernt.

Auf ursprünglichen Wegen, oft vom noch nicht zu Ende gegangenen Monsun ausgespült, geht es zunächst am Hang entlang in Richtung West bis Nordwest. Zurzeit ist bewölkter Himmel mit Sonnenschein und Temperaturen in den 20ern. Vereinzelt sind Häuser zu sehen. Eine touristische Infrastruktur ist absolut nicht zu erkennen.

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Landschaft bei Ghumre

Am Himmel hört man Propellerflugzeuge, die hier in Richtung Lukla unterwegs sind und langsam ihre Reiseflughöhe verlassen und in Richtung Lukla absinken. Kaum sind sie im 5-10 Minutenabstand über uns hinweg geflogen, machen sie eine 180° Kehre. Nicht gut, zumindest nicht für die Insassen in den Flugzeugen. Denn dies ist ein untrügliches Anzeichen dafür, dass in Lukla die Sicht zu schlecht ist und keine Landungen möglich sind.

Irgendwie kann man mit den Touristen im Flugzeug heute Mitleid haben. Da freuen sie sich, dass sie mit dem Flugzeug aus dem hektisch unplanbaren Kathmandu wegkommen und jetzt machen die Flugzeuge eine Kehre und fliegen wieder zurück nach Kathmandu.

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Landschaft bei Ghumre

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Blick in das Tal des Dudh Koshi, dem “Entwässerungsfluss” der Everestregion

War es bis jetzt eine Wanderung weitestgehend auf gleichbleibendem Höhenniveau, geht es nun steil hinab in Richtung Basa. Da der Weg nicht ausgebaut ist, sind es meist Lehmpfade in der Direttissima, nicht unbedingt der beste Untergrund für meine quasi steigeisenfesten Schuhe. Würde man bei uns Laub am Hang auf dem Weg bergab meiden, so ist hier bei der Laub der Weg deutlich weniger glitschig, oder wie Nir Kumar ab jetzt immer sagen wird: “It’s mahdi” (Ob “mahdi” richtig geschrieben ist, kann ich nicht sagen, dass Wort hört sich so an, mit langgezogenem “aaaaa”, der nepalesische Ausdruck für matschig).

Und da der Weg meist richtig steil ist, manchmal auch an Feldrändern vorbeiführt, wird dies bei den heutigen Temperaturen nicht nur ein Schweiß treibende Angelegenheit, sondern auch noch richtig herausfordernd für den Bewegungsapparat.

Mehrmals bin ich am Überlegen, die mitgeschleppten Steigeisen “aufzuziehen”. Diese passen aber wegen ihrer “Klick-in”-Funktion nur zu den hochgebirgstauglichen Schalenbergstiefeln und nicht zu meinen Trekkingstiefel.

Erst bei einer Trinkpause merkt man dann, dass sowohl Bewegungsapparat als auch Gehirn zu 100% immer gefordert sind, denn wer will denn beim Laufen immer unnötig 20m weiter rutschen. Die Knien zittern beim Pause machen sehr deutlich, nicht nur bei mir, auch bei Nir Kumar. Ich hätte nie gedacht, dass bergab so viel Kraft und Konzentration erfordern kann.

Was mir vor zwei Tagen noch undenkbar schien, inzwischen ist es schon eine Wunschvorstellung: die Sehnsucht nach nepalesischen Steintreppen. Zwei Jahre vorher auf der Annapurnarunde noch der Horror pur und jetzt die Sehnsucht danach. Wie schnell können sich Prioritäten ändern!

Gegen 11:30 Uhr erreichen wir Basa, fast 1100m ging es heute bergab. Im Ort geht es zum Geburtshaus des Agenturbesitzers, hier werden wir heute übernachten, denn Lodges oder Lodgeähnliches gibt es weit und breit nicht.

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Basa und das Tal des Dudh Koshi

Das Mittagessen gibt es vor dem Haus, für mich reicht zunächst die obligatorische nepalesische Nudelsuppe. Nach dem Essen gehe ich mit Nir Kumar die weitere Termin- und Wegeplanung der weiteren Tour durch.

Geplant wäre für Morgen ein weiterer Aufenthalt hier in Basa und dann nach Adheri, tags drauf dann den Dudh Koshi queren und direkt zum Pangkom La. Das wären von Adheri 1200 Höhenmeter runter, dann 2000 Höhenmeter rauf und wieder 300 Höhenmeter runter, alles an einem Tag und ohne eine Lodge dazwischen.

Wir beschließen schon am nächsten Tag aufzubrechen und an einem Tag über Jubing nach Kharikhola zu gehen, tags drauf dann nach Pangkom. Wir würden einen Tag gewinnen und wären nicht so stark wetterabhängig. Nachdem diese Sache geklärt ist, verabschiedet sich Träger Rabin und geht für den Rest des Tages nach Hause, er wohnt nur gut 200m (ausnahmsweise mal keine Höhenmeter) entfernt.

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Nebengebäude in Basa

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Gästezimmer in Basa mit riesigen Betten

Kaum ist die Essenszeit vorbei, beginnt es wieder zu regnen, am Boden sind auch schon leechige bzw. glitschige Geselle zu sehen. Ein Leech oder Leeches sind Blutegel. Bis jetzt halten sie ja noch respektvoll Abstand, ob dies in den nächsten Tagen so bleiben wird? Lassen wir uns überraschen.

Mein Zimmer ist heute im ersten Stock in einem Nebengebäude, Zugang gibt es über eine 120cm hohe Eingangstür und eine ungesicherte (wenn ich den vierbeinigen “Aufpasserhund” nicht berücksichtige) Steintreppe. Den Rest des angebrochenen Nachmittags nutze ich zum Faulenzen.

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Maiskolbenstapel hinter einem Haus in Basa

Basa hat inzwischen auch einen Stromanschluss von Kharikhola aus und eine Wasserleitung gibt es inzwischen auch. Nur die Wasserleitung hat keinen Wasserhahn. Ein bisschen Nachdenken und es ergibt sich mir auch der Grund dazu. Durch ein zu schnelles Schließen des Wasserhahnes würde hier an den “unendlichen Weiten” der Hänge ein massiver Staudruck entstehen und die Kunststoffleitungen nur allzu oft zum Bersten bringen.

Auch für die Tageslagerung der Hühner hat man eine interessante Lösung gefunden: man dreht die geflochtenen Tragekörbe um und versteckt das Federvieh darunter.

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Nepalesischer Hühnerstall in Basa

Es wird ein kurzweiliger Nachmittag, seit 2 Tagen ohne irgendeinen Touristen in der Nähe. Das Abendessen, Tomaten(-tüten-)suppe und Dal Bhat. Nur irgendwie fehlt auch heute wieder das Salz im Essen. Habe ich sei ein paar Tagen ein Salzproblem? Erst im späteren Verlauf der Reise werde ich den Grund dafür erfahren, und es wird nicht an mir liegen.

Tagesdaten: Start: Ghumre (2639m ü.NN) - 7:45 Uhr, Ziel: Basa (1754m ü.NN) - 11:30 Uhr, ↑187m, ↓1069m  -  PO2 97%

 

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