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Tag 17: Tatopani - Ghorepani

Was die Höhenmeter nach oben betrifft, so wird die heutige Etappe zum blauen Dorf Ghorepani die Königsetappe dieser Tour werden, bereits die reine Höhendifferenz wird über 1600m betragen. Eigentlich hätte ich die Etappe auf zwei Tage verteilen und dafür den Reservetag opfern wollen, diesen Tag habe ich aber bereits für den Abstecher nach Kagbeni verbraucht. Und von den zwei Abstiegstagen von Ghorepani aus nach Nayapul will ich auch keinen Tag streichen. So muss es eben gelten wie im Reiseführer steht: “... lassen sich bei guter Kondition sehr gut zu einer Etappe verbinden ...”.

Schau’mer mal wie gut meine schlechte oder wie schlecht meine gute Kondition wirklich ist.

Vor dem Start habe ich heute noch eine kleine Zusatzaufgabe zu meistern. Ich will einmal ausprobieren, wie sich die Trägerlasten für einen Mitteleuropäer so tragen lassen. Der Tragekorb von Bisan Rai auf der Chautara wiegt in etwa 35kg. Am Korb befestigt sind zwei Stricke, die mit einem Kopfband verbunden sind. Mit diesem Kopfband trägt man dann die Last. Da die Chautara für meine Körpergröße etwas niedrig ist, dürfte mir nichts anderes übrig bleiben als einen zusätzlichen Ausfallschritt zu machen. Damit ist es eigentlich kein größeres Problem die 35kg in die Höhe zu bringen, vorausgesetzt man arbeitet mit Aufstehtechnik und nicht mit reiner Muskelkraft.

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Ein Versuch als Lastenträger

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Ein Versuch als Lastenträger

Muskelkraft ist oft ein Fehler, wenn es normale Trekker probieren, diese Lasten zu tragen. Auch das Ausbalancieren ist kein Thema, dazu benützt man die Hände am Trageseil. Dies ist zwar für meine Körpergröße zu kurz, wir haben das Tragesystem nicht extra umbauen wollen, aber es funktioniert trotzdem. Das Tragen in der Ebene funktioniert auch, nur meine dafür untrainierte Halsmuskulatur würde sicherlich nach kurzer Zeit mit einem Streik drohen. So trage ich den Korb nur innerhalb Tatopanis, z.T. komisch beäugt von manchen Touristen.

Obwohl die Sache bei Weitem nicht so schwierig als erwartet war, ich habe dennoch einen gehörigen Respekt von der Leistung der Träger. Sie sind wahrscheinlich gut 40kg leichter als ich und tragen diese Lasten sicherer als ich.

Die ersten Meter nach Tatopani verlaufen noch auf der Piste in Richtung Beni, es werden unsere letzten Pistenmeter sein. Beim Ort Gharkhola geht es über zwei Hängebrücken zunächst letztmalig über die Kali Gandaki und anschließend über den Ghar Kola. Kaum sind wir aus dem Schatten heraus, wird es schon schwülwarm in der Sonne. Die ersten Höhenmeter verlaufen noch auf einem steilen Fahrweg, ich denke 20-25% Steigung, aber wenn es in Nepal eine Abkürzung gibt, dann wird sie auch benützt. Nur dieser Weg ist wesentlich steiler als der Fahrweg, lässt uns seit langem wieder erahnen, zu was nepalesische “Light”-Steintreppen in der Lage sind und zeitlich wird es sicherlich kein Gewinn werden. Aber der Weg führt durch Gärten, an Orangenbäumen vorbei und da lässt es sich keiner von uns nehmen, Orangen frisch vom Baum zu kaufen und zu vertilgen.

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Halt zur Organisation frischer Orangen

Nach einer Stunde Gehzeit erreichen wir eine ebene Fläche, die erste große Höhenanstieg auf fast 1600m ist geschafft. Nun bietet sich der Blick auf einen weitgezogenen Hang, in dem verstreut Häuser eingebettet sind. Mit uns unterwegs sind zwei Trekkerpärchen, die einzigen Touristen, die wir bis zur Mittagsrast bei Sikha treffen. Zunächst geht der Weg eine Weile eben voran, steigt aber dann stetig nach oben, die Steigungen meist über Steinstufen verwirklicht.

Durch grüne Landschaft steigen wir weiter, bis wir unser Mittagsziel im Ort Sikha auf 1950m Höhe erreichen. Da die Sonne erbarmungslos vom blauen Himmel brennt, war es bis hierher eine schweißtreibende Angelegenheit. Unser Rastplatz in einer Lodge liegt an einem wunderschönen Aussichtsplatz. Im Nordosten ist wieder unverdeckt durch Wolken der Dhaulagiri I mit seinem Gefolge zu sehen. Auch in Richtung Norden gibt es einen schneeartigen Weißanteil zu sehen. Ob zu einem Nilgiri oder einer Annapurna gehörend, kann ich nicht genau feststellen.

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Sikha - Dach als Wäscheleine

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Sikha - Blick auf den Dhaulagiri

Nochmals 900 Höhenmeter stehen jetzt noch an. Nur stellt sich für mich die Frage , gibt es den Ort Ghorepani überhaupt? Nirgendwo ist ein Wegweiser und an keiner Hanglage ist ein Ort zu erkennen. Im Oberdorf von Sikha sehen wir in einer Lodge noch eine Gruppe von Touristen, es werden bis kurz vor Ghorepani die letzten ihrer Art am heutigen Tag sein. Das es jetzt natürlich wieder meist über Steinstufen weitergeht, versteht sich ja fast von selbst. Ich denke mir immer wieder, längere Beine oder weniger Kilo bei mir würden jetzt wirklich nicht schaden.

So geht es nun Stück für Stück weiter nach oben, aber einen Wegweiser nach Ghorepani gibt es immer noch nicht. Da alle Abzweigungen beschrieben sind, kann der unbeschrieben Weg eigentlich nur der Hauptweg sein. Erst im Bereich der auf fast 2500m Höhe traumhaft gelegenen, aber heute völlig leeren, New Annapurna Lodge beim Ort Chitre erblicken wir erstmals blaue Dächer oben am Hang, das blaue Dorf Ghorepani ist zu sehen.

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Boxenstopp bei Chitre v.l.n.r. (Shukra Bir Rai fotografiert): Ich, Bibash Rai, Raj Kumar Rai, Bisan Rai, Ram prasad Rai

Bis wir aber auf 2840m ankommen können, ist noch viel Arbeit bzw. Schweiß notwendig, die letzten 100 Höhenmeter nähere ich mich unaufhörlich meinem “stehend K.o.” sein. So erreichen wir über unzählige (es werden auffallend wenig im Vergleich zum morgigen Tag sein) Stufen zur beginnenden Sonnenuntergangszeit den Ort Ghorepani.

Mit der Abgeschiedenheit ist es nun schlagartig vorbei, mitten im nepalesischen Ballermann sind wir angekommen. Für Trekkingverhältnisse wahrlich riesige Menschenmassen sind in den letzten Tagen von unserer später folgenden Abstiegsroute aus Nayapul angekommen und wollen morgen Früh den Sonnenuntergang vom bekanntesten Aussichtspunkt von Nepal, dem Poon Hill, beobachten.

Zur Zeit gibt es einen wunderschönen Sonnenuntergang zu beobachten, nach Nordwest die Annapurna I, der Fang und die Annapurna South und nach Nordost der Dhaulagiri. Alle fast ohne Wolken. Nur für den Aufstieg zum auf 3210m gelegenen Poon Hill ist es jetzt kurz vor 18 Uhr zu spät. Unseren Zeltplatz finden wir im Garten einer Lodge bei den Nebengebäuden. Die Lodge selber ist heute komplett ausgebucht und auch das Publikum hier ist so gänzlich anders im Vergleich zur bisherigen Annapurnarunde.

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Ghorepani - Sonnenuntergang über Barha Chuli (Fang) 7647m, Annapurna I 8091m und Annapurna South 7219m

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Ghorepani - Dhaulagiri I bis III beim Sonnenuntergang

Für 4 Tage schleppen hier viele mehr Gewicht in ihren Reisetaschen mit als ich für 3 Wochen im Zelt! Und das wichtigste Utensil im Essraum der Lodge ist die Steckdosenleiste. Alle 50 Steckdosen sind mit Ladegeräten besetzt. Irgendwie schon sonderbar, ich habe  in mehr als zwei Wochen bis jetzt noch nicht einmal 50% meine Akkukapazitäten bei den Verbrauchern Kamera, Lampe und Handy verbraucht ohne in der Zwischenzeit nachzuladen. Und viele Smartphones sind im Dauereinsatz, irgendwie eine ganz andere Welt.

Tagesdaten: Start: Tatopani (1230m ü.NN) - 7:30 Uhr, Ziel: Ghorepani (2840m ü.NN) - 17:30 Uhr, ↑1857m, ↓251m

Tag 18: Ghorepani - Hille

Zeitig aufstehen heißt es heute, wenn wir zum Sonnenaufgang um 6:10 Uhr auf dem 370 Höhenmeter über den Ort Ghorepani gelegenen Aussichtspunkt Poon Hill kommen wollen. Kurz vor 5 Uhr beginne ich mit den Vorbereitungen, das Frühstück gibt es erst nachdem wir wieder vom Aussichtspunkt zurück sind. Jetzt steht nur der obligatorische Good-Morning-Tee an. Gegen 5:20 Uhr beginnen wir mit dem “Aufstieg”, der meist über Steintreppen erfolgt. Treppen die gänzlich außerhalb der mitteleuropäischen 63-er Norm (Stufentiefe + 2 x Stufenhöhe = 63cm) liegen, die als ergonomisch gilt. Die Treppen sind zwar sauber verlegt, aber irgendwie habe ich heute keinen guten Draht zu Treppen. So geht es eher gemütlich hinauf, es sind aber heute wieder wahre Völkerwanderungen unterwegs.

Z.T. verläuft die Treppe im Wald bzw. durch Gebüsch, z.T. auch über freies Feld. Keine Wolke ist zu sehen und hinter uns machen sich schon die Berge des Annapurnamassivs für den Sonnenaufgang bereit. Auch das Dhaulagirimassiv ist ohne Wolken zu sehen. Pünktlich um 6:09 Uhr treffen wir oben auf einer Plattform auf der Spitze des Poon Hills auf. Der Platz ist bereits von Unmengen an Touristen bevölkert, manche weichen bereits auf die umliegenden Grasflächen aus. Fotoausrüstungen sind aufgebaut und auch die Selfie-Fraktion ist bereits vertreten.

Und wie auf Bestellung beginnen ab 6:10 Uhr auch die Farbenspiele in der Bergwelt zum Sonnenaufgang. Lagebedingt hat natürlich zum Sonnenaufgang der nordwestlich gelegene Dhaulagiri deutliche Vorteile, denn in Richtung des nordöstlich gelegenen Annapurnamassiv wirkt doch zum Sonnenaufgang etwas das Gegenlicht. Aber trotz allem, gerade heute bei wolkenlosem Himmel startet hier ein gigantisches Schauspiel. Im Minutentakt ändern sich die Farbenspiele an den oft weißen Bergflanken. Gerade für die Ankömmlinge aus Nayapul kaum vorstellbar, denn bis kurz vor Ghorepani gibt es von dieser Bergwelt fast überhaupt nichts zu sehen.

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Völkerwanderung am Poon Hill

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Poon Hill - Blick zu den Annapurnas, rechts der Machhapuchare

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Poon Hill - Machhapuchare (Fishtail) 6993m

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Poon Hill - Sonnenaufgang über den Dhaulagiri Himal

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Poon Hill - Morgenglühen am Dhaulagiri II 7751m (50km entfernt), links der Manapati 6380m (36km entfernt) rechts der Dhaulagiri I (38km entfernt)

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Poon Hill - Sonnenaufgang über den Dhaulagiri Himal

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Dhaulagiri I

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Poon Hill - Sonnenaufgang über den Wolken

Es dauert noch ein bißchen, bis wir uns an all dem Satt gesehen haben, anschließend gehen wir den Weg des Aufstiegs wieder zurück zu unserer Lodge.

Nach dem Frühstück machen wir uns dann auf den Weg talwärts in Richtung Nayapul, wobei wir heute nur bis Tikhedhunge wandern wollen. Ghorepani selbst ist am Hang gebaut, sodass wir bereits wieder einige Höhenmeter verloren haben, bevor wir den Ort in Richtung Nayapul verlassen. Zunächst geht es durch einen Rhododendronwald, hier in Nepal in Baumform und nicht in Buschform wie bei uns in Europa.

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Ghorepani - links unser Zeltplatz

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Ghorepani - Annapurna Himal

Ab Nangethanti verläuft der Weg meist in der Nähe des Bhurungdi Khola, es gibt einige Seitenbäche auf kleinen Stegen zu queren, oft in einem Regenwald ähnlichen Gehölz. Im Ort Ban Thanti legen wir heute eine etwas verfrühte Mittagsrast an einem herrlichen Aussichtspunkt ein. Nur heute ist die Luft für eine gute Sicht zu zu diesig. Vom sonst hier sichtbaren Machhapuchare gibt es nichts zu sehen. Es ist auf dieser Strecke sowohl bergab als auch bergauf einiges los.

Nach der Mittagsrast kommt nun ein Streckenabschnitt zwischen den Orten Ulleri und Tikhedhunge, von dem ich bereits in meinem Reiseführer zuvor gelesen habe, dass dieser alles andere als spaßig werden soll. Mehr als 3300 Steinstufen nepalesischer Machart gibt es zu überwinden, Schwerstarbeit auch wenn es bergab geht. Die Stufenlängen variieren, die Tritthöhen variieren, die Lagenhöhen auf einer “Ebene” variieren, die Festigkeit der Steine variiert, ... . Sprich, man muss auf jeden Schritt aufpassen und es geht steil nach unten in brütender Hitze.

Den Wortschatz der mir bekannten Schimpfwörterbücher habe ich schnell abgearbeitet.

Wurden die Steintreppen früher zur Abwehr von Feinden so gebaut?

Serpentinen wäre wesentlich weniger anstrengend, sowohl bergauf als auch bergab, und es würde in beiden Richtungen auch schneller vorangehen. Nach den ersten paar tausend Stufen stellt sich wahrscheinlich nicht nur bei mir die Frage, ob man denn schon durch den Erdmittelpunkt durch sei. Ein nicht unbekanntes Problem, man rennt nach unten und verliert dennoch kaum an Höhe.

Kurz vor Tikhedhunge wechseln wir über eine Hängebrücke die Seite des Bhurungdi Khola und gelangen anschließend in den Ort. Nur im Ort gibt es keine Zeltmöglichkeit, wir wandern weiter zum nächsten Ort Hille wo wir im Garten und den Hinterhofgebäuden einer Lodge unser Equipment aufbauen dürfen.

Kaum ist alles aufgebaut, ist es vorbei mit dem schönen Wetter, ein heftiges Gewitter gibt sich ein Stelldichein. Kaum verschaue ich mich, da beginnt Bibash Rai im strömenden Regen mit dem Eispickel eine Wasserrinne im Rasen um das Zelt zu graben, um das Zelt vor eventuellen Wassermassen zu schützen. Ich selbst habe auf einer offenen Terrasse oberhalb eines alten Gebäudes neben meinem Zelt einen regensicheren Platz gefunden. Nur Bibash ist mit solchem Eifer bei der Sache, er hört gar nicht, dass ich ihm zurufe, dass im Zelt eigentlich alles auf wasserdichten Material abgestellt ist. Und auch noch in diesem strömenden Regen kommen vom Tal her noch Touristen bergauf, teilweise mit riesigen Taschen für die Träger, brauchen die ihren ganzen Hausstand für vier Tage?

Ich habe es vermutet, unser Abendessen schwirrt schon seit geraumer Zeit um unsere Küche herum, so verwundert es mich nicht, als Ram prasad fragt: »Welches Huhn soll es zum Abendessen geben?«, worauf ich antworte: »Jenes, dass Dir bei der Zubereitung am meisten Spass macht!«. Heute ist ja unser letzter Trekkingabend und das Huhn wird Teil des Abschiedessens sein. Wir wollen auch heute endlich einmal alle gemeinsam Abendessen, bis jetzt hat es nur vereinzelt und dann auch nicht mit allen geklappt.

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Festessen am letzten Trekkingabend

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Festessen - Dal Bhat mit frischem Huhn

Auch wenn es für mich gegrillte Hühnchenbrust und Hühnchenschaschlik gibt, die Mannschaft bleibt bei ihrem Dal Bhat, nur diesmal mit frischen Huhn verfeinert. Auch wenn der Abend alkoholfrei bleibt, die ganze Tour war ja bis auf die Wintergartenrunde in Marpha alkoholfrei, es wird ein lustiger und geselliger Abend. Obendrein gibt es natürlich heute auch noch das Trinkgeld für alle. Und für mich einen frischgebackenen Kuchen, den wir natürlich zusammen komplett vertilgen.

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Hille bei Nacht und zwei Ziegen als Zeltaufpasser

Tagesdaten: Poon Hill (3210m ü.NN) 5:20 - 6:10  - 7:00 Uhr, Start: Ghorepani (2840m ü.NN) - 8:00 Uhr, Ziel: Hille (1480m ü.NN) - 14:15 Uhr, ↑457m, ↓1810m

Tag 19: Hille - Nayapul - Pokhara

Die heutige Strecke bis zum Trekkingende in Nayapul ist nicht mehr allzuweit, gut 500 Höhenmeter nach unten und etwa 9 Kilometer Wegstrecke.

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Landschaft bei Hille

Wir starten heute gemütlich erst um 8 Uhr. Die ersten paar hundert Meter sind noch auf einem Pfad, danach beginnt eine auch für Fahrzeuge taugliche Piste, der wir in nächster Zeit meist folgen werden.

Wir befinden uns, wie schon gestern im “Grüngürtel”, überall ist es Grün. An einer Hausbaustelle sehen wir, wie zwei Personen mit einer übergroßen Handsäge Bretter schneiden. Bis jetzt habe ich in Nepal noch kein einziges Sägewerk gesehen.

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Nepalesische Treibhäuser bei Sudame

Gemütlich machen wir uns auf den Weg nach unten, natürlich auch heute wieder bei starkem Gegenverkehr, in unserer Richtung sind es um diese Zeit weniger Personen, da viele die Strecke Ghorepani nach Nayapul an einem Tag durchziehen. Mit unseren Tragekörben fallen wir natürlich richtig auf, denn 99,99% machen ja den Poon Hill als Lodgetour und so bleibt es nicht aus, dass wir zu unserem Tourverlauf gefragt werden. Es stellt sich heraus, dass einige die Poon Hill Tour zum Ersatz für eine abgebrochene Annapurnarunde unternehmen, denn nach dem 14.10.2014 war der Pass doch für einige Tage gesperrt. Meist ist für sie die Zeit für das Annapurna Base Camp zu kurz, sodass der Poon Hill eine machbare Alternative darstellt.

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Vernetzte Welten

Wir erreichen gegen 10:30 Uhr den Ort Birethanti, dort legen wir unsere Mittagsrast an einer Lodge direkt neben der Hauptwandertrasse im Ort ein. Während der Wartezeit auf das Essen lassen sich so die ganzen Wandermassen beobachten, die vielen unterschiedlichen Nationalitäten, ihr Fitnesszustand und ihre Angewohnheiten. V.a. so manches einheimische Kind kann als Fotoobjekt in kaum einer Stunde richtig Geld oder Geschenke verdienen, wahrscheinlich mehr als die Eltern an einem ganzen Tag.

Von Birethanti aus ist es nicht mehr weit bis nach Nayapul, wo die Annapurnarunde üblicherweise endet. War es bis jetzt den ganzen Tag sonnig, so fallen nun wieder einige Regentropfen, mit der Ankündigung dass es noch wesentlich mehr werden sollen.

Am Ortsende von Birethanti geht es nochmals über eine Brücke, die zunächst auf eine Jeep-Piste weiterführt, an der Strecke entlang natürlich viele Shops und auch Lodges. Bis zur Verbindungsstraße Beni-Pokhara bei Nayapul sind es dann noch einige Meter, dann ist die Annapurnarunde endgütig zu Ende.

Von Nayapul kann man dann mit einem öffentlichen Bus oder mit Taxis in 1-2 Stunden nach Pokhara gelangen. Für diesen Zweck organisiert Shukra Bir ein Taxi für mich und Ram prasad, der Rest der Mannschaft wird den öffentlichen Bus nehmen. Auf die Stelle heißt es jetzt Abschied nehmen von meiner Mannschaft der letzten fast drei Wochen, einer wirklichen tollen Gruppe.

Tagesdaten: Start: Hille (1480m ü.NN) - 8:00 Uhr, Ziel: Nayapul (1030m ü.NN) - 13:00 Uhr, ↑100m, ↓530m

 

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